Archiv der Kategorie: Technikbecken

Algenrefugium

Ein biologischer Filter

Ein Algenrefugium ist ein biologischer Filter. Anfallende Schadstoffe werden durch das Wachstum von Algen aus dem Kreislauf entfernt. Durch das regelmässige Abernten könne diese dann dem Beckenkreislauf entfernt und sind somit unschädlich.
Die Algen werden nun neben Sauerstoff durch die Photosynthese, Vitamine, Aminosäuren und Kolloide produzieren. Für das Wachstum nehmen die Algen teilweise die im Wasser befindlichen Stickstoffverbindungen und Phosphate auf. Dies sollte dann einen nicht unerheblichen Beitrag zur Entgiftung des Wassers beitragen. Der aufgenommene Stickstoff kommt zum grössten Teil vom Ammoniak (NH3) und Nitraten (NO3). Dadurch wächst die Alge auch teilweise recht stark.

Refugium
Caulerpa prolifera (grosse Blätter) und Chaetomorpha linum im Technikbecken

In meinem Algenrefugium habe ich nun zwei Algenarten im Einsatz. Ich hatte von Fischer-Joe aus dem Forum Meerwasserfische eine Kriechsprossenalge (Caulerpa prolifera) und eine Drahtalge (Chaetomorpha linum) zur Verfügung gestellt bekommen. Diese beiden Algen habe ich nun in den ersten Bereich (Einlauf) des Technikbeckens eingebracht. Zusätzlich sind einige der lebenden Steine vom Hauptbecken nach unten gewandert. Die Kombination aus beidem soll nun fleissig die Wasserfilterung unterstützen.

Bin ich ganz dicht?

Heute geht es los! Das Becken hatte nun genügend Zeit sich zu auf seiner neuen Position in meinem Wohnzimmer zu stabilisieren. Das Silikon der Glasverklebung sollte nun auch genügend ausgehärtet sein und die von Seba und mir verklebten PVC Rohr sollten nun auch vollkommen getrocknet und einsatzbereit sein.

Also los geht es!! Das erste was ich trotz Jetlag in Angriff nehmen möchte ist der Dichtheitstest. Zu diesem Zweck werde ich das Becken und das Technikbecken nach und nach mit Leitungswasser befüllen und dann die Pumpen einschalten. Ich hatte mir schon vor meiner USA-Reise einen 20-Meter Gartenschlauch mit Aufrollfunktion besorgt. Der Schlauch wird mit einem Adapter an den Wasserhahn im Badezimmer angeschlossen, ausgerollt und dann in das Becken gehängt. Um eine Dusche meines Wohnzimmers zu vermeiden, habe ich das Schlauchende dann am mit einem Kabelbinder am Beckenrand fixiert.

Dichtheit Füllen

Das gesamte Becken war innerhalb von ca. 2.5 Stunden gefüllt. Dann nach ging es durch den Überlaufschacht in das Technikbecken und auch dieses wurde in 30 min. geflutet bis die ersten beiden Kammern voll waren. Danach kam der spannende Moment und das Wasser erreichte die dritte und letzte Kammer. und ich war bereit die Rückförderpumpe anzuwerfen. Juhu – sie läuft an und der Kreislauf ist geschlossen.

Dichtheit Fast voll

Rheinfälle im Wohnzimmer?

Welch ein Krach! Nun plätschert es in meinem Wohnzimmer wie in der Nähe eines Baches im Hochgebirge mit einem kleinem Wasserfall. Noch die Pumpen des Abschäumers und des Durchlauffilters anwerfen und schon kann ich mich auf zur Einstellung des Kugelhahns machen. An diesem Hahn wird das rückfliessende Wasser gestaut und somit der Überlaufschacht bis nach oben hin gefüllt. Dadurch kann ich schon mal das Geplätschere dort eindämmen. Nun aber gurgelt es gewaltig. Die Idee mit dem Notüberlauf muss ich mir noch genauer ansehen! Ich erinnerte mich an die Beschreibungen von einem Durso. Kurzerhand habe ich also noch ein Stück PVC-Rohr und 2 Stück 90 Grad PVC Winkel zusammen gesteckt.  Das entstandene U setzte ich auf den Notüberlauf – Ruhe!! cool!

In der Ruhe liegt die Kraft oder so irgendwie

OK – fast Ruhe nun plätschert es noch im Technikbecken. Meine Rückförderpumpe kann nach Herstellerangeben bis zu 12000 Liter / Stunde fördern. Nach Abzug der Höhendifferenz komme ich, nach einem Diagramm, aber immer noch auf ca. 8000 Liter. Ganz schön viel. Da muss ich mich noch schlau machen wie ich das plätschern in den Griff bekomme.

Der ultimative Test

Jetzt simuliere ich einen Stromausfall. In so einem Falle würden alle Pumpen schlagartig stehen bleiben. Nach Adam Riese, nein es war Isaac Newton (Schwerkraft) und und der wohl weniger bekannte Blaise Pascal (Hydrostatischer Druck), wird nun das Wasser im Überlaufschacht und das Wasser in der Druckleitung (Rückförderpumpe) nach unten ins Technikbecken laufen. Dazu kommt noch das Wasser im Becken das sich über dem Niveau der Einlassdüsen befindet. Ich hab es mal so ungefähr mit 65 Liter berechnet.

Um eine Überschwemmung, und eine damit einhergehende Zerstörung der Parketts zu vermeiden sollte die von oben kommende Menge Wasser unten ins Becken passen. Wenn nicht habe ich den Finger am Schalter der Rückförderpumpe.

Also mal Absstellen. Newton und Pascal haben wieder mal recht. Das Wasser kommt – es kommt recht schnell! Aber es passt gerade mal so in das Technikbecken. Da darf nicht viel mehr kommen sonst gibt es Chaos. Langsam beruhigt sich Alles. und zu meiner Überraschung läuft ein kleiner Teil doch über. Aber nicht auf den Boden sondern in den Bereich in dem einmal der Vorrat an Osmosewasser sein soll. Also da gibt es auch noch Optimierungsbedarf. Im Moment ist es aber gut somit habe ich eine weitere Absicherung.

Mit eine bisschen Probieren kam ich auch näher ans gewünschte Ziel jedoch ist es echt sehr sehr knapp. Weniger wasser geht auch nicht da sonst meine Rückförderpumpe im Trockenen steht. Das gäbe zwar schöne Luftbläschen ist aber erstens laut und zweitens nicht im Sinne des Erfinders. Als Lösungsmöglichkeit habe ich mir vorerst einmal überlegt das Wasservolumen im Ablaufschacht durch den Einsatz von Biobällen zu reduzieren. Eine definitive Entscheidung muss ich aber erst treffen!

Das System scheint nun jedoch soweit stabil zu sein und ich liess es mal über die Nacht hinweg laufen. Ist schon eigenartig so ins Bett zu gehen, wenn man weiss dass im Wohnzimmer 8 mal in der Stunde 1000 Liter Wasser im Kreislauf gepumpt werden. Gute Nacht

Super Mario oder Verrohrung

Heute habe ich mit Seba abgemacht, dass wir gemeinsam die Verrohrung in Angriff nehmen werden. Vorab konnte ich mir schon in der Firma Spezialwerkzeug ausleihen. Das Werkzeug ist ein Rohrschneider und mit wenig Kraftaufwand Rohre gerade (rechtwinkelig) abzuschneiden.

Das Rohrmaterial und die Fittings habe ich soweit beisammen somit können wir uns ins Chaos stürzen.

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Der Plan

Technikbecken schematisch
Im Prinzip gibt es ein Steigrohr von der Rückförderpumpe in das Becken. Der Auslauf wird mit einem, durch ein Y-Stück geteiltes Kugelgelenkrohr enden. Beim Ablauf gibt es ein Ablaufrohr, dass in der ersten Kammer (Algenrefugium) des Technikbeckens enden wird. Das Rohr hat jedoch noch einen Abzweiger mit einer Kupplug für das Gardena Schlauchsystem um für künftige Wasserwechsel vorbereitet zu sein. Dazu kommt noch ein Kugelhahn mit dem ich dann die Rückflussmenge regulieren kann (gegen Gurgel/Plätscher Geräusche).
Der Notablauf wird anders als im Schema gezeichnet direkt in die dritte Kammer des Technikbeckens geführt. Somit erspare ich mir den Einbau weiterer Winkel und Bögen.
Alle Rohre werden durch eine sogenannte Tankverschraubung durch den Glasboden des Hauptbeckens geführt. Diese Tankverschraubung ist mit einem Quetschverbinder ausgestattet der die Dichtheit garantieren soll.

Hier noch ein paar Bilder von der Super-Mario-Aktion

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