Archiv der Kategorie: Zooplankton

Zooplanktonzucht

Zooplankton Zucht

Brachionus Zucht

Artemia Nauplien

Artemia Aufzucht

 


Brachionus Zucht

Informationen zu Brachionus

Andere Namen:
Rotiferen (engl rotifers), Rädertierchen, Wikipedia

Verwendung und Einsatzgebiete:
Salzwasser-Roitferen  werden unter Anderem für die marine Nachzucht von Fischen in der Aufzucht von Fischlarven (z.B Amphiprion ocellaris) eingesetzt.

Download der Beschreibung:
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Arten:

  • Brachionus plicatilis
    Grösse: 130 bis 340 µm (∅ 300 µm)
    optimaler Temperaturbereich 18° – 25° C
    Flexibel in der Salinität (10 – 65 ppt)
  • Brachionus rotundiformis
    Größe von 80-120 µm
    optimaler Temperaturbereich 28° – 35° C
    Angepasst an niedrigere Salinität

Beste Vermehrungsraten bei einer Salinität von 20 – 40 ppt; Durch Erhöhen der Salinität (bis 40 ppt) bleiben die Brachionus der selben Art kleiner Durch Senken der Salinität (unter 30 ppt) werden sie grösser.

Brachionus mit einem Ei am Hinterleib

 

Benötigtes Material:

  • 500 mL Starterkulturansatz mit einer hohen Brachionusdichte
    (ca 60000-80000 Brachionus pro Liter)
  • Meerwasser 30-35 ppt (frisch aus Meersalzmischungen hergestellt, kein Wechselwasser aus dem Riffaquarium!)
  • Säulenförmiger Reaktor
    z.B. von KnePo
  • Luftpumpe aus der Aquaristik
  • 25 µm – 60µm Sieb
  • Zeitschaltuhr
  • 4/6 mm Schlauch
  • Messbecher mindestens 500 mL
  • AquaBiotica Green Plus Methode
  • Bei Einsatz der EasyRoti Methode
  • Bei Einsatz der Phytoplankton Methode
    • Ausreichend Phytoplankton Nannochloropsis Salina oder Oculata
  • Optionales Zubehör
    • Optional Lichtquelle mit Zeitschaltuhr
      (Energiesparlampe ist vollkommen ausreichend)
    • Optional Mikroskop

 

Vorgehen:

  1. Reinigung
    Alle verwendeten Materialen und Geräte müssen sorgfältig gereinigt werden. Dazu werden die die verwendeten Behälter, Schläuche, Siebe etc zuerst für 20 Minuten in verdünntem Natriumhypochlorit eingelegt. Danach mit Leitungswasser grob abgespült und in Zitronensäure (1 EL auf 1 L ist ausreichend) für weitere 10 Minuten eingelegt. Danach wird gründlich mit Leitungswasser nachgespült. Die aussenliegenden Oberflächen können mit einem Küchenpapier getrocknet werden. Reinigungsmittel auf Seifenbasis sind ungeeignet.
  2. Installation
    Planktonreaktor aufstellen
    Optionale Beleuchtung angebracht und mit einer Zeitschaltuhr 10h/14h Licht an/aus
    Luftpumpe anschliessen.
    Nun muss man sich für eine Methode entscheiden um die Rädertierchen auch zu vermehren.

EasyRoti Methode

Eine detaillierte Beschreibung findet man hier
http://www.easyreefs.com/en/easyroti_en.html

Aqua Biotica Green + Methode

 

Vorbereitung:
Ansatz Aqua Biotica Green + Futteremulsion (ABG+ Emulsion).
1 mL Aqua Biotica Green + mit 10 mL handwarmem Leitungswasser vermischen und sehr gut schütteln. Nach 4 Minuten ist diese Mischung gebrauchsfertig und kann für ca. 4 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Sollte eine Geruchsprobe unangenehm ausfallen so kann man die Mischung entsorgen.

  1. 1 Liter Brachionus-Zuchtansatz wird mit 1 L Meerwasser (30-35 ppt) versetzt und in den Reaktor gegeben
  2. Man dosiert nun täglich 0.5 mL ABG+ Emulsion in den Reaktor
    Dabei trübt sich das Wasser stark ein und man kann kaum bis gar nicht mehr hindurchsehen.
    Sollte nach 24 Stunden das Wasser nicht wieder klar werden, so senkt man die Dosierung.
    Ist das Wasser sehr schnell wieder klar so erhöht man die Dosiermenge vorsichtig.
  1. Die Dosierung wird nun für 5 Tage wiederholt. Danach sollte man ungefähr die gleiche Brachionusdichte wie in der Stammkultur erreicht haben.
  2. Ist dies der Fall, so addiert man weitere 3 L Meerwasser. Und füttert die Rädertierchen mit 0.8 mL ABG+ Emulsion (Menge kann nach Brachionusdichte abweichen).
  3. Man wiederholt nun die Fütterung und weitere Volumenerhöhung solange bis der Reaktor voll ist.
  4. Es empfiehlt sich eine Backupkultur zu entnehmen und diese im Kühlschrank zu lagern. Die Haltbarkeit ist mir noch unbekannt aber es sollte doch einige Wochen klappen.

Ernte und Anreicherung

  • Brachionus die mit der ABG+ Methode gezüchtet worden sind, sind sehr nährstoffarm und würden Fischlarven nicht genügend Omega3 Fettsäuren, Nährstoffe und Vitamine bieten.
    Daher muss man Brachionen vor der Verfütterung anreichern. Die Anreicherung kann bei Rädertierchen direkt im entnommenen Wasser aus dem Reaktor erfolgen:
Anreicherung mit AquaBiotica Orange+

Pro 1 L Meerwasser (Anreicherungsmedium) werden 0,1 g aqua biotica orange+ zugegeben und bei einer maximalen Rotiferendichte von 1000 Ind./mL über einen Zeitraum von 4-6 Stunden angereichert.

Anreicherung mit Easyreefs EasyRich

Eine Anleitung findet man hier.

Anreicherung mit weiteren Mitteln

Ich habe bisher noch keine anderen Anreicherungsmittel versucht. Ich freue mich aber über Anregungen und Vorschläge in den Kommentaren dieses Beitrags.

  • Wenn die Kultur läuft, entnimmt man täglich ca 500 mL aus dem Reaktor. Diese Menge wird mit dem gewünschten Mittel angereichert. Danach siebt man die Lösung durch das feinmaschige Sieb (25 µm – 60 µm) ab.
    Achtung: Das Wasser aus dem Zuchtreaktor ist sehr stark mit Abbauprodukten der Brachionus verunreinigt und darf keinesfalls in das Aquarium oder direkt zur Fischlarvenzucht verwendet werden. Ein Absieben ist daher unerlässlich!

Phytoplankton Methode

Vorraussetzung hierfür ist eine  ist eine laufende Phytoplanktonkultur (z.B. Nannochloropsis Salina) mit ausreichend Ertrag um die Brachionus fortlaufend zu füttern. Da die Rädtertierchen eine nicht unbeträchtliche Menge an Phytoplankton verzehren muss man einen konstanten Phytoplankton Nachschub sicherstellen um die Brachionuskultur zu versorgen.

  1. 1 Liter Brachionus-Zuchtansatz wird mit 1 L Phytoplanktonkultur versetzt und in den Reaktor gegeben.
  2. Nun wird der der Reaktor unter leichter Belüftung (um eine schwache! Strömung zu erzeugen) in Betrieb genommen und das Licht bei Bedarf in einem 10h/14h Licht an/aus Intervall mittels einer Zeitschaltuhr geregelt.
  3. Wenn sich die Flüssigkeit beinahe entfärbt hat gibt man 1 L Phytoplankton hinzu und füttert die Rädertierchen wie hier am Video zu sehen damit:
  4. Dieser Vorgang wiederholt sich bis der Reaktor voll ist.
  5. Danach erntet man tägliche die benötige Menge und füttert die Rädertierchen mit einer ausreichend dichten Menge an Phytoplankton.

Artemia Nauplien

Informationen zu Artemia

Artemia Nauplien frisch geschlüpft

Andere Namen:
Urzeitkrebse, Salinenkrebs, (engl. Brine Shrimp) Wikipedia

Verwendung und Einsatzgebiete:
Artemia werden als Nauplien als Futter bei der Nachzucht von Fischen vieler Arten eingesetzt.
Ausgewachsene Artemia können als Lebendfutter eingesetzt werden, jedoch ist ihr Nährgehalt sehr gering bis nicht vorhanden.

  • Parameter
    Grösse der Nauplien ca. 340 µm
    optimaler Temperaturbereich 18° – 25° C
    optimaler pH-Wert für die Aufzucht liegt zw. 7.5 und 8.3
    Salinität (5– 200 ppt), Bei 35 ppt erreicht man durch  Ausbrüten gute Schlupfraten der Nauplien.

Benötigtes Material:

  • Artemiazysten guter Qualität
    die billigen zeigen oft sehr schlechte Schlupfraten
 
  • Meerwasser 30-35 ppt (frisch aus Meersalzmischungen hergestellt und aufgekocht,
    Es kann auch Wechselwasser aus dem Riffaquarium verwendet werden
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  • Artemia Aufzuchschale
    z.B. Hobby
Bildergebnis für artemia hobby aufzuchtschale

Eine Gerbauchsanweisung findet man hier.

Man sollte Artemia Zysten (umgspr. Eiern) arbeiten die mit einer kurzen Brutzeit (ca. 24h-36h) sehr hohe Schlupfraten (> 90%) erzielen.

 

Ich verwende frisch gezogene Nauplien z.B. für die Auzucht von Pterapogon kauderni und als gelegentliches Futter in den Aquarien


Artemia Aufzucht

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