Schlagwort-Archive: Futter

Frühlingsgefühle

Love is in the water

Nachdem mein Futtermissgeschick ausser mit einer erweiterten Algenplage keine weitere grössere Auswirkung hatte erholt sich das Becken schön langsam und die Anzeichen, dass die Einfahrphase zu Ende geht mehren sich. Zum Einem werden die hässlichen braunen Fadenalgen jeden Tag weniger und die Riffkeramik kommt wieder zum Vorschein, zum anderen findet man auf den nun freigewordenen Stellen die ersten Kalkrotalgenbeläge in Form von blassroten Punkten oder Flecken.

In den letzten Tagen sind auch noch weitere Pfelglinge ins Becken eingezogen und sind munter dabei das neue Heim zu erobern.
Nicht nur das sich nun doch einiges im Aquarium bewegt so haben sich die Pärchen nun gefunden.

Banggai Kardinalbarsch – Pterapogon kauderni

Die beiden Fische waren zwar beim Händler in getrennten Becken ausgestellt aber ich habe sie in der Hoffnung einer Verpaarung gekauft. Dieser Plan scheint vollkommen aufzugehen. Kurz nach dem Einsetzen sind die beiden schon zusammen im Becken geschwommen und man konnt auch die ersten Balzversuche des Weibchens beobachten, Dabei schwimmt das Weibchen immer wieder unter dem Männchen durch und versucht ihn dabei zu stimulieren. Das das Weibchen in dem Fall um das Männchen werben muss ist vor dem Hintergrund, dass das Männchen die Brut dann 19 Tage im Maul trägt und dabei keine Nahrung aufnimmt. Nach weiteren 6 Tagen sollten dann kleine Kaudernis in die Freiheit entlassen werden. Die Eltern kümmern sich danach aber auch nicht mehr um ihre Nachkommen – auch nicht bei Gefahr.

20150414.jpg
14-04-2015

Gestern musste ich dann mit grossem Erstaunen feststellen, dass das Männchen anscheinend wirklich Eier im Maul hat – es frisst nichts mehr und verhält sich auch anders als in den ersten Wochen nach dem Einsetzen ins Becken. nun bin ich gespannt wie das weiter geht. Ich habe jedoch nicht mit so schnellem Nachwuchs gerechnet. Ich befürchte aber, dass die Brut beim ersten Mal nicht durchkommen wird. 25 Tage fasten ist ja schon auch krass – mal sehn wie der Herr Kauderni dass nun meistern wird! Zur Zeit frisst nur das Weibchen und auch nur Frostfutter – jegliches Flocken oder Pelletsfutter wird kurz ins Maul genommen aber sofort wieder ausgespuckt – diese Asiaten 🙂

20150414 Brueten.jpg
14-04-2015 - Brüten

Maiden Schläfergrundel – Valenciennea puellaris

Ich hatte zuerst bei meinem Händler nur eine Maiden Schläfergrundel bekommen. Ich wusste jedoch, dass man diese Art wenn möglich als Paar halten soll. So habe ich meine Augen offen gehalten und mich nach einer weiteren Grundel umgesehen und wurde dann auch 10 Tage nach dem Einsetzen der ersten (ich nenne sie Frau Gundel) auch fündig. Der neue Herr Gundel (ich weiss aber nicht einmal ob es ein Männchen oder Weibchen ist) ist ein wenig dürr geraten aber ein recht frecher Kerl und hat sofort mit dem Flirt bei Frau Gundel begonnen. Diese Flirterei hat jedoch eine weitere Woche bis zum Erfolg gebraucht aber nun schwimmen die beiden gemeinsam am Beckenboden umher. Eine gemeinsame Schlafhöhle haben die beiden aber noch nicht parat gemacht – getrennte Schlafzimmer!!
Die beiden nehmen den Bodengrund auf und filtern diesen nach fressbaren. Der freche Herr Gundel ist bereits dazu übergegangen auch den Algenaufwuchs von den Steinen und der Riffkeramik zu knabbern. Sobald nur irgend ein anderes Futter im Becken ist wird auch nach diesem geschnappt und gefressen. Keine Kostverächter die beiden!

20150414.jpg
14-04-2015

Lanzen Symbiosegrundel
Stonogobiops nematodes

Ich habe schon recht früh zwei dieser recht kleinen Grundeln mit einem Knallkrebs ins Becken eingesetzt. Jedoch war eine lange Zeit nur eine der beiden Grundeln zu sehen. Nun aber durfte ich beobachten dass es doch ein flotter Dreier (wie geplant) wurde und die beiden Grundeln mit ihrem Krebs eine Höhle bewohnen die man noch dazu auch gut beobachten kann. Leider sind die Fische sehr scheu und man muss sich vorsichtig der Frontscheibe nähern um zu vermeiden dass die beiden alten aus Muppetsshow (so nenne ich sie) zu ihrem Krebs in die Höhle verschwinden. Die beiden fressen bevorzugt Pelletsfutter und wenn sie Glück haben und Mysis oder Artemia Frostfutter bei ihnen vorbeitreibt wird dieses auch gefressen. Ob der Knallkrebs auch was abbekommt weiss ich nicht. Jedenfalls knallt es immer mal wieder aus dem Becken – er lebt und knallt also!

20150414.jpg
14-04-2015

Falscher Clown – Anemonenfisch –
Amphiprion ocellaris black

Last but not least möchte ich auch die beiden schwarz-weissen Nemos vorstellen. Die beiden sind Nachzuchten und noch recht klein. Offenbar wissen die beiden noch nicht einmal, dass sie Anemonenfische sind und sind seit dem Einsetzen nur in der linken Ecke des Aquariums zu sehen. Zaghafte Versuche die “Weiten” des neuen Beckens zu unternehmen finden zwar statt, aber weit sind sie noch nicht gekommen. Ganz lustig ist es, dass sich die beiden Kardinalbarsche um die beiden kümmern und ihnen beim Auftauchen des heimlichen Chefs im Becken, dem Benny, Rückendeckung geben. es sieht fast so aus als würden die Kardinalbarsche die Nemos verteidigen!

20150414.jpg
14-04-2015

Solange noch keine anderen, grösseren Fische im Becken sind haben die kleinen Nemos auch nichts zu befürchten – ich hoffe aber doch, dass die beiden sich wie Anemonenfische verhalten und ihre Wirtsanemone finden!

Unfall!

Überdosis Trockenfutter…

Am Sonntag Abend wollte ich meinen Pfleglingen eine kleine Ration Trockenfutter zukommen lassen. Leider ist mir bei dem Versuch die Futterdose aus den Fingern entglitten und ist im Becken gelandet. Ich bin noch recht froh darüber, dass ich geistesgegenwärtig den grössten Teil noch von der Oberfläche wieder zurück in die Dose verfrachten konnte. Nichts desto trotz war das Becken nun ein Schwimmbecken für unzählige kleine rote Futterpellets. Das ist zwar für die Fische und Anemonen ein Festessen aber für die Biologie im Becken die reinste Katastrophe!

Man konnte zusehen wie sich innerhalb kürzester Zeit die Bakterien explosionsartig vermehrten und das wirklich klare Wasser im Becken in eine milchige, trübe Suppe verwandelten. Mir fiel das Herz in die Hose und geriet leicht in Panik. Mit meinen restlichen Hirnzellen fiel mir ein dass ich ja einen Schnellfilter vorsorglich erworben habe. Diesen habe ich dann so schnell es ging (OK man muss mal lesen wie das Ding zusammengebaut wird und das in die Tat umsetzen) ins das Becken gehängt und damit versucht die Trübung irgendwie in Griff zu bekommen.

Mir war richtig übel beim Gedanken daran nun schon ganz zu Beginn mein Aquarium über den Jordan geschickt zu haben. Aus diesem Grund war an einen vernünftigen Schlaf nicht zu denken. Jede Stunde sprang ich aus dem Bett und meine Sorgen beim Anblick der Milchsuppe wurden zusehends grösser. Es wurde nicht besser es wurde einfach noch trüber… Welch eine Sch….

Am nächsten Morgen als die Beleuchtung wieder hochgefahren war sah man keine 50 cm weit ins Becken. Jedoch waren die Fische nicht sonderlich beeindruckt und schwammen trotz der Bakterienexplosion munter umher. Ich dachte schon, dass die Bakterien nun den ganzen Sauerstoff verbauchen werden und die Fische Sauerstoffnot bekommen. Auch hatte ich Angst vor einem plötzlichen Anstieg der Ammoniak Konzentration und nachfolgender Bildung von Nitrit- Alles dies wäre für die Fische und den restlichen Besatz wohl der Todesstoss gewesen.

Da ich ja noch immer das Microblife Nite Out II verwende und dieses gute Bakterien für die Denitrifikation enthält habe ich mich noch in der Nacht entschlossen eine Sonderdosierung durchzuführen. Diese Dosierung wiederholte ich dann alle 12 Stunden für die nächsten 3 Tage. Laut Dosieranleitung kann man davon keine Überdosierung produzieren. Also Der Kampf der Bakterien konnte los gehen. Ich kontrollierte regelmässig die Ammoniak- und Nitrit/Nitratkonzentration musste aber mit Erstaunen feststellen, dass weder der Ammoniak noch die Nitrit- oder Nitratwerte in die Höhe gingen. Der pH-Wert fiel leicht ab und rutschte in einen Bereich von 7.5 bis 7.6.

Jedoch fanden die beiden Blasenanemonen, die Pilzlederkoralle, die Blasenkoralle und das Affenhaar hatten aber augenscheinlich wenig Freude an der hohen Bakterienpopulation und zogen sich für 2 Tage  komplett ein. Dazu kam dann noch eine explosionsartige Algenvermehrung, sodass die Riffkeramik nun mit einem braunen Schleier überzogen ist. Dem restlichen Besatz ging es aber auch während der trüben Phase erstaunlich gut und zeigte keine grossartigen Reaktionen. Ich hatte die Filterwatte im Schnellfilter auch alle 12 Stunden gewechselt und da hing auch ein recht beträchtlicher Teil des Nahrungsüberschusses. Der Abschäumer lief auch auf Hochtouren und trug seinen Teil zu Besserung bei! Während der trüben Phase hatte ich auch kein weiteres Futter ins Becken eingebracht und die Pfleglinge hatten somit auch eine kleine Fastenzeit zu überstehen. Dies gelang aber ohne grosse Probleme!

Am Mittwoch Abend war das Becken wieder klar und ich habe den Schnellfilter wieder aus dem Becken entfernt und die Nite Out II Dosierung wieder eingestellt (wieder auf die normale empfohlene Dosierung umgestellt). Seit heute sind die gestressten Korallen und Blasenanemonen auch wieder vollständig geöffnet gewesen und das Becken bis auf ein paar wenige Schwebeteilchen wieder klar.

Nun gut bis auf die hässlichen Algen scheint es als ob das Becken den Unfall recht gut überstanden hat und ich bis jetzt keinen einzigen Verlust zu verbuchen habe! Ich denke ich hatte ein riesiges Glück und konnte Schlimmeres verhindern! Es war mir auch eine Lehre und ich werde ab sofort keine Futterdose oder sonstige Arbeit über dem offenen Becken ausführen! Jetzt kann ich fürs Erste mal Durchatmen und Hoffen dass Benny und die Cleaning Crew Freude an den Algen haben und diese rasch verputzen! Die Fische bekamen gestern Abend und auch heute wieder Frostfutter und verschlangen dies auch gierig.

Für Bilder fehlte mir die Zeit und auch der Mut – Wer will kann sich ja das Becken im aktuellen Zustand im Liveview ansehen!