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Erstbefüllung

Der Tag X!

Heute ist es endlich soweit! Ich habe soweit alles beisammen und der Dichtheitstest verlief ja befriedigend. Also somit kann nun auch das richtige Wasser, Salz und der Bodengrund hinein.
Ich habe mir beim Abholen der Riffkeramik nochmals Tipps zur Befüllung geholt. Dabei kam nun folgende Vorgehensweise zur Anwendung:

  1. Riffkeramik kommt direkt auf das Bodenglas.
  2. Die grosse Riffsäule auf eine Lichtrasterplatte stellen.
  3. Den Sand einfüllen (Der Sand wurde lange mit Wasser gewaschen).
  4. Das Osmosewasser einfüllen und das Wasser auf 25°C erwärmen.
  5. Bei ca 50% Befüllung ca 20-25 kg Meersalzmischung zusetzen.
    Temperatur beachten!
  6. Weiter mit Osmosewasser füllen.
  7. Zum Ende die Dichte auf 1.0235 g/cm³ mit Salzzugabe erhöhen.

Ich habe mich für das Tropic Marin Meersalz entschieden. Da es auch von Triton empfohlen wird. Als Bodengrund verwende ich 45 kg Sand mit eine Körnung von 1-3 mm. Zusätzlich kommen noch weiter 36 kg Nature’s Ocean Live-Sand zum Einsatz. Wenn genug Wasser im Becken ist das der Heizstab vollkommen eintauchen kann (waagrecht) beginne ich auch mit dem Erwärmen des Wassers um das Salz baldmöglichst auch zuführen zu können. Bei ca. 50% Befüllung des Hauptbeckens kommen dann langsam und in kleinen Portionen ca. 25 kg  Salz hinzu.

Ich habe mir vor dem Befüllen auch noch überlegt wie ich am besten das tatsächlich im Becken gelandete Volumen an Wasser ermitteln kann. Dazu habe ich jeweils 2 mal 10 L Osmosewasser hergestellt und die dafür benötigte Zeit notiert. Meine Osmoseanlage benötigte mit den aktuellen Parametern (Wasserdruck und der Temperatur des Wassers) im Mittel (2 mal  wurde gemessen)  21.5 Minuten für 10 Liter Osmosewasser.  Das ergibt eine Förderleistung von 27,9 Liter/h oder 670 Liter. (Nur zur Info: Angepriesen wird diese Anlage mit 1500 Liter / Tag ).

Für die Gesamte Füllung benötigte ich 27 Stunden (=750 Liter Wasser dazu kommen noch die ca. 25 Liter Salz) mit der Messunsicherheit nehme ich dann ein Gesamtvolumen von ca. 800 Liter an.

Theoretisch müssten 1000 L in das Haupt- und Technikbecken passen. Bei 800 Liter Flüssigkeit habe ich somit ca. 200 Liter an Sand, Gestein und Technik im Becken.

Nun darf es sich mal im Kreis bewegen – Es wird also kontinuierlich gepumpt.

Bin ich ganz dicht?

Heute geht es los! Das Becken hatte nun genügend Zeit sich zu auf seiner neuen Position in meinem Wohnzimmer zu stabilisieren. Das Silikon der Glasverklebung sollte nun auch genügend ausgehärtet sein und die von Seba und mir verklebten PVC Rohr sollten nun auch vollkommen getrocknet und einsatzbereit sein.

Also los geht es!! Das erste was ich trotz Jetlag in Angriff nehmen möchte ist der Dichtheitstest. Zu diesem Zweck werde ich das Becken und das Technikbecken nach und nach mit Leitungswasser befüllen und dann die Pumpen einschalten. Ich hatte mir schon vor meiner USA-Reise einen 20-Meter Gartenschlauch mit Aufrollfunktion besorgt. Der Schlauch wird mit einem Adapter an den Wasserhahn im Badezimmer angeschlossen, ausgerollt und dann in das Becken gehängt. Um eine Dusche meines Wohnzimmers zu vermeiden, habe ich das Schlauchende dann am mit einem Kabelbinder am Beckenrand fixiert.

Dichtheit Füllen

Das gesamte Becken war innerhalb von ca. 2.5 Stunden gefüllt. Dann nach ging es durch den Überlaufschacht in das Technikbecken und auch dieses wurde in 30 min. geflutet bis die ersten beiden Kammern voll waren. Danach kam der spannende Moment und das Wasser erreichte die dritte und letzte Kammer. und ich war bereit die Rückförderpumpe anzuwerfen. Juhu – sie läuft an und der Kreislauf ist geschlossen.

Dichtheit Fast voll

Rheinfälle im Wohnzimmer?

Welch ein Krach! Nun plätschert es in meinem Wohnzimmer wie in der Nähe eines Baches im Hochgebirge mit einem kleinem Wasserfall. Noch die Pumpen des Abschäumers und des Durchlauffilters anwerfen und schon kann ich mich auf zur Einstellung des Kugelhahns machen. An diesem Hahn wird das rückfliessende Wasser gestaut und somit der Überlaufschacht bis nach oben hin gefüllt. Dadurch kann ich schon mal das Geplätschere dort eindämmen. Nun aber gurgelt es gewaltig. Die Idee mit dem Notüberlauf muss ich mir noch genauer ansehen! Ich erinnerte mich an die Beschreibungen von einem Durso. Kurzerhand habe ich also noch ein Stück PVC-Rohr und 2 Stück 90 Grad PVC Winkel zusammen gesteckt.  Das entstandene U setzte ich auf den Notüberlauf – Ruhe!! cool!

In der Ruhe liegt die Kraft oder so irgendwie

OK – fast Ruhe nun plätschert es noch im Technikbecken. Meine Rückförderpumpe kann nach Herstellerangeben bis zu 12000 Liter / Stunde fördern. Nach Abzug der Höhendifferenz komme ich, nach einem Diagramm, aber immer noch auf ca. 8000 Liter. Ganz schön viel. Da muss ich mich noch schlau machen wie ich das plätschern in den Griff bekomme.

Der ultimative Test

Jetzt simuliere ich einen Stromausfall. In so einem Falle würden alle Pumpen schlagartig stehen bleiben. Nach Adam Riese, nein es war Isaac Newton (Schwerkraft) und und der wohl weniger bekannte Blaise Pascal (Hydrostatischer Druck), wird nun das Wasser im Überlaufschacht und das Wasser in der Druckleitung (Rückförderpumpe) nach unten ins Technikbecken laufen. Dazu kommt noch das Wasser im Becken das sich über dem Niveau der Einlassdüsen befindet. Ich hab es mal so ungefähr mit 65 Liter berechnet.

Um eine Überschwemmung, und eine damit einhergehende Zerstörung der Parketts zu vermeiden sollte die von oben kommende Menge Wasser unten ins Becken passen. Wenn nicht habe ich den Finger am Schalter der Rückförderpumpe.

Also mal Absstellen. Newton und Pascal haben wieder mal recht. Das Wasser kommt – es kommt recht schnell! Aber es passt gerade mal so in das Technikbecken. Da darf nicht viel mehr kommen sonst gibt es Chaos. Langsam beruhigt sich Alles. und zu meiner Überraschung läuft ein kleiner Teil doch über. Aber nicht auf den Boden sondern in den Bereich in dem einmal der Vorrat an Osmosewasser sein soll. Also da gibt es auch noch Optimierungsbedarf. Im Moment ist es aber gut somit habe ich eine weitere Absicherung.

Mit eine bisschen Probieren kam ich auch näher ans gewünschte Ziel jedoch ist es echt sehr sehr knapp. Weniger wasser geht auch nicht da sonst meine Rückförderpumpe im Trockenen steht. Das gäbe zwar schöne Luftbläschen ist aber erstens laut und zweitens nicht im Sinne des Erfinders. Als Lösungsmöglichkeit habe ich mir vorerst einmal überlegt das Wasservolumen im Ablaufschacht durch den Einsatz von Biobällen zu reduzieren. Eine definitive Entscheidung muss ich aber erst treffen!

Das System scheint nun jedoch soweit stabil zu sein und ich liess es mal über die Nacht hinweg laufen. Ist schon eigenartig so ins Bett zu gehen, wenn man weiss dass im Wohnzimmer 8 mal in der Stunde 1000 Liter Wasser im Kreislauf gepumpt werden. Gute Nacht

Rückförderpumpe

Nach Angaben von Triton soll das Wasser ca. 10 mal in der Stunde umgewälzt werden. Wenn ich das Netto Beckenvolumen (880 L) und das Volumen im Technikbecken (ca. 120 L) addiere komme ich auf  1000 L Wasser. Dies ergibt eine Förderleistung von 10000 L/h. Da ja der Bodengrund (Sand), der Riffaufbau und der Abschäumer auch noch auch noch Volumen verdrängen werden bin ich mit dieser Rechnung auf der sicheren Seite. Man sollte auch den Leistungsverlust für die Pumpehöhe nicht ausser Acht lassen.

So hat meine Suche nach einer brauchbaren Pumpe und verfügbares Budget  auf die Jebao DC-12000 Rückförderpumpe gebracht. Diese Pumpe liefert bei einer Höhe von etwas über einem Meter immer noch 9500 L/h. Dazu gibt es einen Controller mit dem man die Pumpe regeln kann. Mit einer Leistungsaufnahme von 85 W sollte Alles noch im Rahmen bleiben!

Die Pumpe ist über ein Stück Silikonschlauch an das 32 mm Rohr zurück in das Hauptbecken angeschlossen. Am Einlauf ins Becken geht dieses Rohr dann in ein Y Stück als Kopplung an ein Kugelgelenkrohr über und endet mit 2 Trichterdüsen.

Hier ein Video vom Hersteller:

 

Strömungspumpen

Zur Strömungserzeugung und Wellensimulation habe ich 2 Jebao RW-15 Pumpen im Einsatz. Die beiden Pumpen werden per Funk miteinander verbunden und können mit verschiedenen Strömungsmustern betrieben werden. Wenn Abends das Licht ausgeht erkennen die Pumpen durch einen Lichtsensor dies und fahren die Pumpleistung hinunter. Eine genaue Positionierung der Pumpen muss ich erst im Betrieb vornehmen.

Hier ein Video zur Strömungspumpe

Hier ein Video zum Controller (Funk)